Mitgliederversammlung und Presseclub vor Ort:

Vieles neu in Oberhausen

15. 09. 2015

Katholische Jugendfürsorge prägt den Stadtteil und investiert mehr als 150 Millionen Euro in ihren Einrichtungen

Dass sich da im Herzen des Stadtteils Oberhausen etwas tut, ist so gut wie keinem Augsburger verborgen geblieben. Aber welche Dimensionen die Sanierungs- und Neubaumaßnahmen der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) dort angenommen haben, hat die Teilnehmer des Augsburger Presseclubs bei einem Besuch vor Ort doch mehr oder weniger überrascht.

Rund 150 Millionen Euro wird der katholische Verein nach Worten seines Direktors, Markus Mayer, am Ende hier investiert haben. Am Ende, das heißt so um das Jahr 2020. Dann sollen die umfangreichen Maßnahmen der KJF abgeschlossen sein. Nicht nur die Patienten werden dann Einrichtungen auf dem neuesten Stand vorfinden, sondern auch die fast 1500 Mitarbeiter der KJF, die in Oberhausen beschäftigt sind (in der gesamten Diözese Augsburg hat die KJF rund 4000 Mitarbeiter).

Erstes Anschauungsobjekt war die „Frühförderung des Josefinums“. Hier (oder von hier aus), so erklärte KJF-Verwaltungsdirektor Bernd Lechner, werden in einem Neubau seit vergangenem Jahr aktuell rund 430 „Behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder“ behandelt – alle noch im Vorschulalter. Nicht selten, so Lechner, handle es sich bei den kleinen Patienten der Heilpädagogen, Logopäden, Therapeuten ... um ehemalige Frühchen aus der Geburtsstation des Josefinums.

Gleich um die Ecke befindet sich die Berufsfachschule für Kinderkrankenpflege (und eine Altenpflegeschule der Caritas). Rund 60 Auszubildende bereiten sich laut Lechner hier auf ihr Berufsleben vor. Wiederum gleich nebenan steht eines von mehreren sogenannten Modulgebäuden, Containerbauten, die im Laufe der jahrelangen Umbaumaßnahmen immer wieder andere Funktionen erfüllen. Das größte dieser Modulgebäude hat die KJF allein rund 14 Millionen Euro gekostet.

Gegenüber steht der mächtige Baukörper des Josefinums, das als Krankenhaus mit annähernd 100-jähriger Geschichte wohl jeder in Augsburg kennt. Aber auch das Josefinum verändert derzeit sein Gesicht stark. Teilweise mehrere Stockwerke sind neuerdings auf den über die Jahrzehnte gewachsenen Baukörper aufgesetzt worden, jetzt präsentiert sich das Krankenhaus mit acht Stockwerken. Dass es demnächst ganz anders aussehen wird, als die vergangenen Jahrzehnte, liegt auch daran, dass es energetisch saniert wird und eine moderne, funktionelle und farblich ansprechende Fassade erhält.

Neben einer stationären Versorgung von Neugeborenen, Frühgeborenen, Kindern, Jugendlichen und Frauen bietet das Josefinum schon heute eine ambulante und tagesstationäre Versorgung – und das künftig in einem deutlich moderneren Ambiente mit mehr Platz und optimierten Strukturen.

Der Bereich der Medizin ist aber nur einer der Arbeitsschwerpunkte der KJF in Oberhausen. Ein zweites wichtiges Strandbein ist die Kinder- und Jugendhilfe, die überwiegend vom Frere-Roger-Kinderzentrum geleistet wird. Diese Einrichtung wendet sich nach Worten des zuständigen Vorstandsmitgliedes Stefan Leister vorwiegend an Kinder, Jugendliche und Familien in besonderen Lebenssituationen. Auswirkungen der aktuellen Entwicklung bekamen die Presseclub-Besucher unmittelbar zu sehen: Jugendliche aus verschiedenen Ländern, die miteinander Fußball spielten.

Denn das Frere-Roger-Zentrum betreut (in ganz Schwaben) derzeit rund 130 sogenannte „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“. In Oberhausen waren viele von ihnen erst in den Vortagen untergebracht worden. Schon weitaus länger etabliert sind dagegen das Therapeutische Heim sowie das Heilpädagogische Heim in der nahegelegenen Prälat Biglmair-Straße für Kinder und Jugendliche. Hier, so Leister, werden – zum Teil Jahre lang – junge Menschen betreut, die in schwierigsten familiären Verhältnissen gelebt haben und derer sich das Jugendamt annehmen musste. Nicht zuletzt ist das Frere-Roger-Kinderzentrum Kooperationspartner für vielerlei Aufgaben beispielsweise an Schulen (Schulsozialarbeit etc.).

Und dann hat die KJF in Oberhausen neuerdings ein weiteres Betätigungsfeld, nämlich das Familienzentrum Peter & Paul in der Gumpelzhaimer Straße. Die KJF hat das Zentrum erst 2013, so Rüdiger von Petersdorff (Leiter teilstationäre und ambulante Hilfen), von der Kirchenstiftung Peter & Paul übernommen und dafür ein neues Gebäude gebaut. Es soll im Herbst 2015 offiziell eingeweiht werden, nachdem es von den Oberhauser Bürgern bereits benutzt wird und von den Gästen des Presseclubs inspiziert werden konnte.

Platz finden hier prinzipiell alle Menschen im Alter ab dem ersten Lebensjahr, beginnend von der Kindertagesstätte, Kindergartengruppen, einem Hort über Krabbelgruppen bis hin zu den Stadtteilmüttern und einer städtischen Beratungsstelle. „Wir sind ein offenes Haus für Menschen jeden Alters, jeder Religion und Abstammung“, so von Petersdorff über die Ausrichtung des Familienzentrums – und er freute sich, dass diese Intention des Trägers von den Menschen aus der Umgebung schon jetzt so gelebt werde.

Schließlich waren die Besucher des Presseclubs von der KJF zu Speis und Trank eingeladen. Als Dank gab es diesmal nicht nur ein paar Fläschchen Wein. Der Presseclub Augsburg spendete den eindrucksvollen KJF-Einrichtungen 500 Euro.

Michael Siegel

Mitgliederversammlung des Presseclubs – Ehrenmitglieder ernannt

Der Augsburger Presseclub hat auf seiner Mitgliederversammlung am 15. September 2015 seine beiden ersten Ehrenmitglieder ernannt. Es sind dies Dieter Baur, der den Verein seit seiner Gründung zehn Jahre lang bis 2014 als Vorsitzender geleitet hat, sowie Peter Richter, der ebenso lange offizieller Stellvertreter war, sich aber zudem bereits zuvor viele Jahre um die Organisation Augsburger Journalisten verdient gemacht hatte. Die Mitgliederversammlung stimmte dem Vorschlag des Vorstandes zur Ernennung einstimmig zu.

In seinem Rückblick auf sein erstes Jahr als Vorsitzender verwies Wolfgang Bublies auf rund zehn Clubveranstaltungen von Museumsbesuchen bis hin zu Podiumsveranstaltungen zu aktuellen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Themen.

Schatzmeister Ruppert Möhler konnte in der Kasse ein Plus verzeichnen. Der Club habe vom Finanzamt erneut die Gemeinnützigkeit zuerkannt bekommen. Die Entlastung des Vorstandes erfolgte nach dem Bericht der Revisoren einstimmig. Zum Ausblick des Vorsitzenden sei auf die Auflistung der nächsten Termine des Presseclubs verwiesen.

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