Schwung für die Drehscheibe

Grünes Licht für Augsburgs größtes Verkehrsprojekt

30. 11. 2006

Die Mobilitätsdrehscheibe kommt in Schwung. Im Presseclub berichtetender Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe, Norbert Walter, und derBereichsleiter Süd der „DB Station und Service AG“ Dipl. Ing. GüntherPichler, dass die Stadtwerke Augsburg und die Bahntöchter „Station“(zuständig für den Bahnhof) sowie „Netz“ (zuständig für die Gleise)eine „Planungsvereinbarung“ für den Umbau des Hauptbahnhofsunterzeichnet haben. Der Vorstand der DB habe die Vereinbarung bereitsabgesegnet.

Der Umbau des Bahnhofs ist der zentrale Punkt der Drehscheibe, zu der auch der Umbau des Königsplatzes und der Ausbau des Trambahnnetzes gehören. Walter im Presseclub: „Jetzt ist das keine Schimäre mehr, sondern ein Projekt.“ Pichler: „Wir sind auf vollem Kurs.“

Pichler geht davon aus, dass der 63,5 Millionen Euro teure Umbau des Hauptbahnhofs - des Herzstücks der Drehscheibe, für die Gesamtkosten von knapp 214 Millionen Euro veranschlagt sind - bis spätestens 2012 zu schaffen ist. Eisenbahnbundesamt, Bund und Land hätten klare Finanzierungszusagen gegeben: „Das Geld steht zur Verfügung, die Planungsvereinbarung steht auf soliden Füßen.“ Er könne jetzt guten Gewissens sagen: „Es passt.“

Für das interdisziplinäre Team - dem die Stadtwerke Augsburg und die „Projektbau Bahn“ angehören - beginnt nun die Planungsphase. Der Hauptbahnhof wird zweigeschossig untertunnelt. Im zweiten Untergeschoss, von dem aus es auch Fußwege nach Westen geben wird, werden die Straßenbahnen anrollen. Das erste Untergeschoss dient am Schnittpunkt von Nah-, Regional- und Fernverkehr als Verteilerebene. Saniert wird neben dem Vorplatz auch das 150 Jahre alte denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude selbst. Alle Ebenen werden über Rolltreppen und Aufzüge auf möglichst kurzen Wegen barrierefrei miteinander verbunden.

So spektakulär und teuer das Projekt Hauptbahnhof ist – ohne die von den Stadtwerken zu schulternden Maßnahmen bliebe es Stückwerk. Deshalb will Walter mit Volldampf den Ausbau des Königsplatzes, den Neubau der Straßenbahnlinien 6 und 5 sowie die Verlängerung der Linie 1 vorantreiben, allen „kleinteiligen“ Diskussionen zum Trotz und gestützt auf Zuschüsse für dieses „Projekt von nationaler Bedeutung“. Von den Kosten von knapp 156 Millionen Mark werden 60 Prozent vom Bund und 25 Prozent vom Freistaat getragen, sodass die Stadtwerke an etwa 30 Millionen hängen bleiben. Dabei bleibt es freilich nicht, denn für nicht förderfähige Teile der Projekte fallen weitere 30 Millionen und für 10 (mit 50 Prozent bezuschusste) neue Combinos noch einmal 15 Millionen Euro an.

Vor diesem finanziellen Hintergrund will Walter mit dem Bau der Linie 6 - nach Planfeststellung im Jahr 2007 – im kommenden Frühjahr das Signal für den vorzeitigen Baubeginn geben. Gleichzeitig soll, parallel zum laufenden städtebaulichen Wettbewerb, das Planfeststellungsverfahren für den Königsplatz anlaufen. Der neue „Kö“, an dem vorübergehend – um Tempo zu machen – der Tramverkehr eingestellt wird, soll bis 2009 fertig sein.

Verschnaufpausen will sich Walter nicht gönnen. Das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, das die hohen Zuschüsse in die Augsburger Kasse spült, ist nur bis 2019 gültig: „Was dann nicht gemacht ist, ist nicht mehr finanzierbar, und wir hören ja nicht zu denken auf, wenn die Drehscheibe fertig ist.“ Denkbar wäre dann, so Walter, beispielsweise eine Verlängerung von Straßenbahnen ins Umland. Der Mann hat noch einiges vor...

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